Angst und Panik (Steigerung der Angst) sind normale biologische Reaktionen auf Gefahr. In einer Bedrohungssituation kommt es zu Veränderungen der biologischen Funktionen die den Körper auf Flucht oder Kampf vorbereiten. Atemfrequenz und Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt, das Sehen ändert sich (Pupillen weiten sich). Dazu kommt eine psychische Komponente mit Anspannung, gesteigerter Aufmerksamkeit, Schreckhaftigkeit.

Wie fast alle biologischen Prozesse kann auch das Angstsystem gestört sein, es kommt dann zum Auftreten der genannten Phänomene entweder ohne erkennbaren Grund (Panikstörung) oder durch einen irrationalen Grund (Panikstörung mit Phobie). Außerdem ist das Angst-Regulationssystem bei manchen Menschen scheinbar in seinem Sollwert verstellt. In diesem Fall werden eine Vielzahl von Denkinhalten (in Bezug auf die Zukunft, die Gesundheit, zu Angehörigen) angstgefärbt wahrgenommen. Man spricht dann von einer generalisierten Angststörung.

Häufig haben Betroffene von Panikstörungen eine „Arztodyssee“ hinter sich. Bei plötzlichem Herzklopfen, verändertem Sehen, Todesangst wird häufig zunächst die Rettungsstelle aufgesucht, danach der Internist, Kardiologe etc. Durch die immer wieder eintretenden Traumatisierungen durch die vermeintliche Lebensgefahr kommt es zur Entwicklung von Depressionen, durch das Vermeiden der phobischen Auslöser (z.B. öffentliche Verkehrsmittel) kommt es zu einer schweren Störung der Alltagskompetenzen. Häufig ist es sehr schwierig für die betroffenen Menschen eine Einsicht in das Vorliegen einer psychischen Erkrankung zu gewinnen. Werden Angst- und Panikstörungen nicht behandelt so droht eine Chronifizierung.

Angst- und Panikstörung sind sehr gut behandelbar! Neben der Psychotherapie gibt es sehr gut wirksame und verträgliche medikamentöse Behandlungsoptionen als Ergänzung oder Alternative zu einer Verhaltenstherapie. Medikamente mit einem Abhängigkeitspotenzial sind in der modernen psychiatrischen Behandlung nahezu verzichtbar. „Beruhigungstabletten“ verschlimmern eine Angststörung in vielen Fällen und sollten unbedingt vermieden werden.

Gerade Menschen die unter Angststörungen leiden haben häufig Angst vor den Nebenwirkungen von Medikamenten; um so wichtiger ist hier das vertrauensvolle Miteinander von Betroffenem und Arzt. Wir bemühen uns die Sorgen unserer Patienten wahrzunehmen und wenn eine medikamentöse Behandlung angezeigt ist diese nach sorgfältiger Beurteilung der individuellen Situation auszuwählen. Die Therapie der Erkrankung erfolgt bei uns selbstverständlich entsprechend den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).