Die Parkinson-Krankheit ist eine häufige neurologische Erkrankung. Sie ist nach dem Erstbeschreiber, dem englischen Arzt Dr. James Parkinson, benannt und wird auch idiopathisches Parkinson-Syndrom, Morbus Parkinson oder Schüttellähmung genannt.

Sollten Sie eine Steifigkeit der Muskulatur, Bewegungsarmut und Zittern (Tremor) bemerken, so könnte bei Ihnen eine Parkinson-Krankheit vorliegen. Typisch ist die langsame Zunahme der Beschwerden, wobei oft zu Anfang nur eine Körperseite betroffen ist. Außerdem können ein verändertes Gangbild, verminderte Mimik, eine leise, monotone Stimme und die Veränderung der Handschrift vorkommen.

Neben der eigentlichen Parkinson-Krankheit gibt es viele andere Ursachen für derartige Beschwerden (z. B. vaskuläre und atypische Parkinson-Syndrome, Normaldruckhydrocephalus sowie andere Formen des Tremors). Daher ist zuerst eine umfangreiche Diagnostik notwendig. Bei dem ersten Kontakt in unserer Praxis führen wir immer eine gründliche Erhebung der Krankengeschichte, eine klinisch neurologische Untersuchung und eine Kernspintomographie des Kopfes durch. In unklaren Fällen haben wir außerdem die Möglichkeit, Sie zu nuklearmedizinischen Untersuchungen zu überweisen.

Wenn die Diagnose eines Morbus Parkinson bestätigt ist, führen wir einen sogenannten L-Dopa-Test durch. Patienten erhalten in der Praxis ein Parkinsonmedikament, und wir beurteilen mit ihnen zusammen, ob das Medikament Wirkung zeigt. Danach kann eine dauerhafte Behandlung mit Medikamenten eingeleitet werden, um die Beschwerden zu bessern. Diese erfolgt individuell nach den Bedürfnissen des Patienten und nach den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Neurologie. In der Regel ist der Morbus Parkinson eine über viele Jahre hinweg sehr gut mit Medikamenten und Krankengymnastik behandelbare Erkrankung.

Wir legen dabei großen Wert auf die regelmäßige Betreuung unserer Patienten. Das ermöglicht neben der optimalen Einstellung mit Medikamenten, und der Verordnung von Physiotherapie auch die Therapie von im Verlauf häufig hinzukommenden nicht-motorischen Beschwerden der Parkinson-Krankheit wie z.B. depressiven Verstimmungen, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen, vermehrtem Speichelfluss, niedrigem Blutdruck und häufigem Harndrang. Über unsere Parkinsonassistentin, die Ihnen auch telefonisch bei Fragen zur Verfügung steht, bieten wir die Verlaufsbeobachtung mit standardisierten Testverfahren (UPDRS) und medizinische Videobeobachtung zu Hause an.

Erst nach vielen Jahren der Behandlung treten bei einigen Patienten Veränderungen der Wirksamkeit der Medikamente, die sogenannten Wirkungsfluktuationen bzw. L-Dopa-induzierten Dyskinesien, auf. Diese machen eine Umstellung der Behandlung notwendig. Neben der Veränderung der Tabletten bieten wir die Einstellung auf eine Apomorphinpumpe (in Zukunft auch auf eine Duodopa-Pumpe) an und beraten Sie bezüglich tiefer Hirnstimulation.