Diese Untersuchungen bieten wir in einer gesonderten Sprechstunde gezielt an. Häufige Anfragen hierzu kommen von orthopädischen oder diabetologischen ärztlichen Kollegen, z.B. bei Rückenschmerzpatienten, zur Frage einer diabetischen Polyneuropathie, dem Nachweis eines Karpaltunnelsyndroms oder einer angeborenen oder erworbenen Muskelkrankheit.
Die Untersuchungen EMG (Elektromyographie) und NLG (Nervenleitgeschwindigkeit, Elektroneurographie) werden oft nacheinander durchgeführt und die Ergebnisse gemeinsam bewertet.
Sie dienen der Beurteilung von peripheren Nervenschäden oder Nervenwurzelverletzungen z.B. bei Bandscheibenvorfällen. Es lassen sich Aussagen zum Ausmaß einer Nervenschädigung und zur Prognose treffen und es ergeben sich oft unmittelbare therapeutische Konsequenzen, z.B. ob einen Bandscheibenoperation Sinn macht oder die Blutzuckereinstellung verbessert werden sollte.

Bei einer EMG Untersuchung wird mit einer sehr dünnen Nadel Muskulatur angepiekt und die Nervenimpulse im Muskel werden einerseits vermessen, v.a. aber sind sie akustisch zu beurteilen. Die Untersuchung kann etwa wie eine Blutentnahme schmerzen, wobei Sie als Patient durch Entspannung helfen können, den möglichen Schmerz zu verringern.
Wir versuchen immer, auch schmerzsensitive Patienten oder Patienten mit unangenehmen EMG-Vorerfahrungen behutsam durch die Untersuchung zu leiten.

Die Elektroneurographie wird mit geringen Stromreizen durchgeführt, welche für die übrigen Organe, z.B. das Herz nicht gefährlich sind. Diese Untersuchung wird in der Regel von speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen durchgeführt. Häufige Fragestellungen sind Schädigungen eines Nerven im sog. Karpaltunnel an der Hand oder die Frage nach einer Polyneuropathie mit Strommessung an den Füßen.
Übrigens: Warme Hände und Füße führen zu optimalen Meßergebnissen, also gern noch ein Fußbad zuhaus nehmen und dicke Socken tragen!

Bitte führen Sie CT- oder MRT-Bilder und Befunde zu einer EMG/NLG Untersuchung unbedingt mit!
Sollten Sie einen Blutverdünner nehmen, informieren Sie uns bitte vor der Untersuchung.

Elektrische Untersuchungen können helfen, Funktionsstörungen am Gehirn, am Rückenmark oder an den Nerven und Nervenwurzeln festzustellen. Bei den sogenannten sensibel evozierten Potentialen wird die Funktionsfähigkeit des sensiblen Systems geprüft, das die Wahrnehmung von Berührung, Temperatur und anderen Hautreizen vermittelt. Dazu wird ein Nerv am Arm oder am Bein elektrisch gereizt. Es entsteht eine Nervenimpuls, der bis in das Gehirn gelangt und an der Kopfhaut abgeleitet werden kann. Die Auswertung zeigt, ob es zu einer Verzögerung oder Abschwächung des Nervenimpulses kommt. Dies gibt Aufschluss über die Art und den Ort der Störung.

Verlaufsuntersuchungen sind leicht durchführbar und erlauben Rückschlüsse auf den Verlauf der Erkrankung oder Störung. Abgesehen von dem schwachen elektrischen Reiz ist die Untersuchung schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen und daher beliebig oft wiederholbar.

Alles was wir sehen gelangt zunächst als Lichtreiz durch die Linse des Auges auf unsere Netzhaut. Dort werden die optischen Reize in elektrische Signale umgewandelt. Durch das visuelle System werden diese Signale verarbeitet und schließlich in das Gehirn weitergeleitet.

Bei den sogenannten visuell evozierten Potentialen wird die Funktionsfähigkeit dieses visuellen Systems geprüft. Dazu wird die Mitte eines Schachbrettmusters fixiert, das sich rhythmisch umkehrt. Die im Gehirn entstehenden elektrischen Signale werden am Hinterkopf von der Kopfhaut abgeleitet. Die Auswertung zeigt, ob es zu einer Verzögerung oder Abschwächung der Signale kommt. Dies gibt Aufschluss über Ausmaß und Ort der Störung im visuellen System. Die Methode ist gut geeignet, auch bisher unbemerkte Beeinträchtigungen nachzuweisen.

Verlaufsuntersuchungen sind leicht durchführbar und erlauben Rückschlüsse auf den Verlauf der Erkrankung oder Störung. Die Untersuchung ist schmerzfrei sowie ohne Nebenwirkungen und daher beliebig oft wiederholbar.

Geräusche werden über die Sinneszellen des Innenohres wahrgenommen, in elektrische Impulse umgewandelt und über den Hörnerv zum Gehirn geleitet. Dort werden sie über die sogenannte Hörbahn vom Hirnstamm zur Hirnrinde weitergeleitet.

Durch die Ableitung der sogenannten akustisch evozierten Potentiale wird die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems (auditives System) getestet. Dazu werden zur Aktivierung einseitige kurze Klickreize über einen Kopfhörer gesetzt, die Ableitung der elektrischen Impulse im Gehirn erfolgt durch Oberflächenelektroden an der Kopfhaut.
Die Untersuchung ist ungefährlich, schmerzlos und einfach zu wiederholen. Vom Patienten ist außer einer guten Entspannung keine aktive Mitarbeit erforderlich.

AEPs werden zur Diagnostik nach Hörsturz, bei Schwindel oder Tinnitus, zur Verlaufsuntersuchung von Tumoren des Hörnerven (Akustikusneurinom) oder bei Multipler Sklerose eingesetzt.

Die Nervenzellen des Gehirns kommunizieren durch elektrische Impulse miteinander. Die Summe dieser elektrischen Aktivität kann mit Hilfe von Oberflächenelektroden an der Kopfhaut abgeleitet werden. Diese Methode nennt man Elektroenzephalographie (EEG). Sie ist komplett ungefährlich und schmerzlos, Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Es werden zunächst 19 Elektroden in gleichmäßigen Abständen auf der Kopfhaut platziert. Sie geben keinen Strom ab, sondern registrieren Spannungsunterschiede auf der Kopfhaut.

Fett auf der Kopfhaut, Haarspray oder Gel erschweren die Ableitung eines EEGs. Bitte kommen Sie deshalb mit gewaschenen und trockenen Haaren zur Untersuchung. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie gut ausgeruht und entspannt erscheinen, da in den meisten Fällen ein sogenanntes Ruhe-Wach-EEG abgeleitet wird. Dieses dauert ca. 20 Min, Sie sitzen dabei möglichst entspannt in einem Sessel, werden aufgefordert, die Augen zu schließen und zu öffnen sowie zum Schluss der Untersuchung tief ein- und auszuatmen (Hyperventilation).
In Ausnahmefällen führen wir auch EEGs nach Schlafentzug durch, um bestimmte, vermutete Elemente in der Ableitung zu finden, die ohne diese Provokationsmethode nicht auftreten würden. Dabei ist das Ziel, dass der Patient während der Untersuchung einschläft.

Nach der Aufzeichnung wird das EEG vom Arzt befundet. Beurteilt werden hierbei der Grundrhythmus, mögliche allgemeine Hirnfunktionsstörungen, Herdbefunde (bei Tumoren, nach Schlaganfall, Blutungen oder Entzündungen) sowie epilepsietypische Potentiale, die auf eine Epilepsie hindeuten.
Vor allem dient das EEG der Diagnostik von Epilepsien und der Abklärung nach einem möglichen ersten epileptischen Anfall. Darüber hinaus kann es bei Demenzen und unklaren Zuständen hilfreich sein.

Eine Lumbalpunktion ist notwendig um Liquor untersuchen zu können. Liquor („Nervenwasser“) ist eine wasserklare Flüssigkeit , die unser Gehirn und Rückenmark umgibt.V.a. bei Verdacht auf Entzündungen des Zentralnervensystems kann die Untersuchung des Liquors wichtige Therapiehinweise geben (z.B. bei Borreliose oder Multipler Sklerose). Hierzu werden zwischen den unteren Lendenwirbelkörpern der Lumbalraum, nicht das Rückenmark (!), punktiert und wenige Milliliter Liquor abgelassen.

Sie können den Untersuchungsablauf beschleunigen, indem Sie möglichst entspannt sind. Natürlich hat fast jeder Mensch Angst vor dieser Untersuchung! Der Untersuchungsablauf hört sich ja auch abenteuerlich an! Das wissen wir und versuchen eine möglichst unverkrampfte Atmosphäre herzustellen. Wir informieren über jeden Untersuchungsschritt. Der Schmerz sollte sich für Sie in etwa wie bei einer Blutabnahme darstellen.

Bei komplizierten Untersuchungsbedingungen werden wir Ihnen eine Betäubung anbieten, diese ist aber in der Regel nicht notwendig. Normalerweise ist alles nach wenigen Minuten überstanden. Diese Untersuchung sollte immer nach schriftlicher Aufklärung erfolgen.

Viele Menschen leiden unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Dafür gibt es viele Ursachen. Häufige Auslöser können z.B. Stress, Angst und Depression sein. Für die Unterscheidung zwischen einer subjektiv empfundenen vorübergehenden Gedächtnisstörung und einer organischen Erkrankung des Gehirns, z.B. einer Demenz, steht die neuropsychologische Testung zu Verfügung. Dabei kann auch eine Aussage über das Stadium der Demenz getroffen werden.

Die Untersuchung erfolgt im Rahmen einer Befragung. Dabei werden standardisierte Tests wie der DemTect, der Mini-Mental-Status-Test und der Uhren-Zeichen-Test verwendet. Es werden verschiedene Hirnleistungsbereiche untersucht, u.a. Merkfähigkeit, Sprachverständnis, visuelles Wiedererkennen, Orientierung und Aufmerksamkeit.