Frau Dr. Krumme im Einsatz für German Doctors
Da viele meiner Patientinnen und Patienten sich wundern, wo ich in diesem und im letzten Jahr gewesen bin und was der Grund für die zahlreichen Ausfallzeiten meiner Sprechstunde war, möchte ich hier kurz skizzieren, wo ich wann und warum im Einsatz war.
Da ich diese Frage häufig gestellt bekomme, vorab ein wichtiger Hinweis:
Alle Einsätze erfolgen unentgeltlich. Sämtliche Kosten – inklusive Flug, Unterkunft, Arbeitserlaubnis, Visum sowie meinen Verdienstausfall – trage ich selbst.
Bereits meine Promotion habe ich in den 1990er-Jahren in Namibia im Bereich der Tropenmedizin absolviert. Seit dieser Zeit war es stets mein Wunsch, mit meinem inzwischen erworbenen medizinischen Wissen als Ärztin wieder in den globalen Süden zu reisen.
Dank der Unterstützung meiner Familie und meiner Praxis konnte dieser Wunsch Realität werden – zunächst mit einem ersten Einsatz in Kenia.
2024 – Kenia
Im Februar und März 2024 war ich mit German Doctors in einem Slum in Nairobi tätig. In dem dort bestehenden Krankenhaus werden täglich etwa 300 bis 500 Menschen medizinisch versorgt.
Aus diesem Einsatz heraus entstand mein eigenes Projekt „Pullover für Kenya“. Durch Spendengelder sowie ein Benefizkonzert im November 2024, organisiert von Musikerinnen und Musikern des Konzerthausorchesters Berlin, konnten insgesamt 7.000 Schulpullover an zahlreiche Schulen im Mathare-Gebiet verteilt werden.
Darüber hinaus konnte ich Schulpatenschaften vermitteln.
2025 – Bangladesch
Im Frühjahr 2025 erhielt ich eine Anfrage von German Doctors, ob ich gemeinsam mit einem sehr erfahrenen und mir besonders ans Herz gewachsenen Kollegen ein neues Projekt evaluieren könne. Ziel war es einzuschätzen, ob deutsche Ärztinnen und Ärzte in diesem Projekt benötigt werden und ob ein relevanter medizinischer Versorgungsbedarf für die Landbevölkerung besteht.
Diese lebt weitgehend abgeschnitten in einem großen Flussdelta (River Jamuna) in Bangladesch. Dort existiert ein Krankenhaus- und Operationsschiff, das vor rund zwanzig Jahren von den Emiraten gegründet wurde. Dieses Schiff übernimmt alle zwei bis drei Monate sehr erfolgreich die medizinische Versorgung in schwer zugänglichen Regionen. Zusätzlich werden Schulen finanziert und Bildungsprogramme, unter anderem im Ackerbau, unterstützt.
2024 – Uganda
Bereits 2024 hatte ich meine Zusage für ein weiteres neues Projekt in Uganda gegeben – das Bangladesch-Projekt kam sozusagen „dazwischen“.
So reiste ich im Oktober und November erneut für sechs Wochen nach Uganda.
Uganda ist ein wunderbar grünes Land mit außergewöhnlich herzlichen Menschen. Anders als in Bangladesch und Kenia musste ich hier täglich in entlegene Bergdörfer fahren. Gemeinsam mit meiner Kollegin, einer hervorragenden Kinderärztin aus der Schweiz, konnten wir viele Menschen behandeln und umso mehr Kinder auf die Welt bringen.
Auch aus diesem Einsatz ist etwas ganz Besonderes entstanden: In Eigeninitiative behandelten wir Straßenkinder. Aus einem dieser Kontakte entwickelte sich eine Freundschaft zu dem elfjährigen Ewans, der seit zwei Jahren auf der Straße gelebt hatte.
Durch die finanzielle Unterstützung unserer Praxis hat er nun ein Zuhause in einem Kinderheim in Salem Uganda, Mbale, gefunden.